Schriftgröße: 
A A A
  |  Sprachauswahl:
  • Deutsch
  • English
  • Polnisch
seperator

Übernachten in Oranienburg und Umgebung


»Inspiration Aquarell«

5. September 2017
bis 10. November 2017

Ausstellung in der Orangerie von Ruth Fabig

»Stadt- und Landansichten in Aquarell«

6. September 2017
bis 27. Oktober 2017

Ausstellung in der Tourist-Info von Maria Adelaide Holle

»Mit Kindern unterwegs in Oranienburg«


28-seitige Broschüre mit Tipps für Ausflüge mit Kindern - inklusive Stadt- und Schlosspark-Plan! Kostenlos in der Tourist-Info und der Schlosspark-Kasse erhältlich.

Download (PDF)

Ersterwähnungsurkunde

Eine Urkunde und ihre Folgen

Am 28.12.1216 ließ Siegfried II. Bischof von Brandenburg die Grenzen seines Bistums urkundlich feststellen, um sich einen Überblick über die an ihn steuerpflichtigen Bürgerinnen und Bürger zu verschaffen. So einfach ist manchmal der Anlass einer Urkunde, die späteren Generationen als Anker dient, ihre eigene Geschichte und Identität zu erforschen ...

Es ist diese Urkunde, die für Oranienburg und für einige weitere Städte der Ausgangspunkt ist, 2016 ihre Ersterwähnung vor 800 Jahren zu feiern. Hierzu gehören unter anderem die Städte Kremmen, Fehrbellin, Zehdenick, Luckenwalde und Rathenow.

Oranienburgs Ursprünge

1157 wurde die Burg Brandenburg durch Albrecht den Bären endgültig übernommen. Infolgedessen übernahm er für seine neue Herrschaft, die bis dato "Nordmark" hieß, den Titel eines Markgrafen von Brandenburg, in Anlehnung an den erworbenen Hauptort. Nach dieser Übernahme des ehemaligen Hevellergebietes, das von Slawen dünn besiedelt war, holte der Markgraf deutsche Siedler ins Land. Gleichzeitig wurde die Kirche stark gefördert.

Auf dem Territorium der neuen Mark waren schon 948, durch König Otto (dem späteren Kaiser Otto I.), zwei Bistümer gegründet worden: das Bistum Havelberg und das Bistum Brandenburg. Beide waren im Wendensturm, also der Erhebung der slawischen Bevölkerung gegen die deutsche Herrschaft, untergegangen. Erst der letzte Hevellerfürst Pribislaw-Heinrich ließ den Christen und damit den deutschen Siedlern wieder mehr Freiheit, da er wahrscheinlich bereits Christ war.

Der Übernahme der Herrschaft durch Albrecht den Bären und damit eines deutschen Fürsten folgte eine gezielte Ansiedlung von Deutschen. Vor allem die Menschen an der Nordsee nutzten diese Möglichkeit, um sich eine neue Existenz aufzubauen. In der Folgezeit wurden viele deutsche Siedlungen gegründet; die slawische Bevölkerung ging im Laufe der Zeit vollständig in der deutschen Bevölkerung auf. Auch das Bistum wurde wieder neu errichtet und mit weitgehenden Rechten ausgestattet.

Die beiden Urkunden, die für die Ersterwähnung Oranienburgs (damals Bötzow) und anderer Städte von Bedeutung sind, wurden in einer Zeit ausgestellt, als die Besiedlung weit vorangeschritten war. In den Jahrzehnten nach der Übernahme der Brandenburg durch Albrecht den Bären hatte der Bischof von Brandenburg die Zehnteinnahmen, die stets der Kirche zustanden, in einigen Gegenden an den Markgrafen abgegeben oder nicht eingefordert. Dies war nicht verwunderlich, waren doch die zu erwartenden Einnahmen bis dahin nur gering gewesen.

Doch durch die zunehmende Besiedlung dieser abgegebenen Gebiete entgingen den Bischöfen von Brandenburg nun massive Einnahmen. Deshalb versuchten die Bischöfe, diese Einnahmen wieder für sich zu erschließen. So stellten sie Urkunden aus, in denen besonders viele Orte und Siedlungen benannt wurden, die die Bischöfe als Teil ihrer geistlichen Herrschaft ansahen.

Die erste Urkunde, in der weniger Orte als in der zweiten Fassung benannt werden, hatte eigentlich nur die Bedeutung, dass Siegfried II., Bischof von Brandenburg, die Grenzen seines Bistums aufzeigte. In dieser Urkunde, die wahrscheinlich am 28.12.1216 ausgestellt wurde, wurde auch der Markgraf als Zeuge benannt.

Die zweite Fassung, die – und das ist verwunderlich – noch am gleichen Tag, aber 30 km westlich von Brandenburg, in der Bischofsresidenz Ziesar ausgestellt wurde, führt weit mehr Orte auf. Der Grund liegt wahrscheinlich in der oben genannten Problematik der Zehnteinnahmen. Um später bei Streitigkeiten beweisen zu können, dass auch diese Orte den Zehnten an den Bischof abführen mussten und schon immer dem Bistum zustanden, wurden sie noch am "gleichen" Tag mit auf die Urkunde gesetzt. Ein Indiz für diese Auslegung des Sachverhalts ist die Benennung der Zeugen. War bei der ersten Urkunde der Markgraf noch als Zeuge benannt, tauchte er in der zweiten Fassung nicht mehr auf.

Für das Oranienburger Jubiläum ist dies jedoch nebensächlich. Die erste Erwähnung, die in der zweiten Urkunde vorgenommen wurde, ist auf den 28.12.1216 datiert. Wobei auf der Urkunde das Jahr mit 1217 angegeben ist. Diese Zahl erklärt sich dadurch, dass im Mittelalter das neue Jahr mit der Geburt Christi begann. Die letzten Tage des Dezembers gehörten damit schon zum neuen Jahr. Da, wie oben erwähnt, in diesen Urkunden des Bistums oftmals viele Orte benannt wurden, feiert 2016 nicht nur Oranienburg seine Ersterwähnung.

Erwähnung fanden: Fehrbellin, Friesack, Glienecke (bei Ziesar), Jessen (in Sachsen-Anhalt), Kremmen, Luckenwalde, Oranienburg (als Bötzow), Rathenow, Rhinow, Saarmund und Zehdenick.

Warum solch eine territorial heterogene Mischung an Orten benannt wurde, lässt sich durch die Grenzen des Bistum Brandenburg erklären. Das Bistum erstreckte sich viel weiter nach Südwesten als es die heutigen brandenburgischen Landesgrenzen vermuten lassen. Die Grenzen der geistlichen Territorien, und das ist heute noch bei vielen Bistümern der Fall, stimmen nicht mit den politischen Grenzen überein.

Oranienburgs 700-Jahr-Feier

Die 700-Jahr-Feier Oranienburgs wurde übrigens auf der Basis anderer historischer Daten 1932 – also ein Jahr vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten – gefeiert. Vor dem Hintergrund dieses Ereignisses, und da die Festschrift aufgrund der Anzeigen viel über das damalige Oranienburg verrät, ist sie eine sehr lohnenswerte Lektüre. Sie können sie im Folgenden als PDF-Dokument herunterladen:

700-Jahr-Feier-Festschrift von 1932 (PDF-Scan); Copyright: Stadt Oranienburg

Gesamtüberblick über die Oranienburger Stadtgeschichte

Stadtgeschichte Oranienburgs (Chronik)

Suche

Regionalmarkt

30. September/1. Oktober,
ab 10 Uhr, Schlosspark

Ein Markt voller frischer und kreativer Erzeugnisse, mit Attraktionen für Groß und Klein

Lesekonzert mit Christoph Soldan

Sonntag, 8. Oktober,
15 Uhr, Orangerie

»Fanny Hensel – Geniale Komponistin und glühende Verteidigerin der Reformation«

Weihnachtsgans-Auguste-Markt

15. bis 17. Dezember,
Schlossplatz

Weihnachtsmarkt vor barocker Schlosskulisse im Zeichen der Geschichte von Friedrich Wolf

Kalender




Ticket-Service