Schriftgröße: 
A A A
  |  Sprachauswahl:
  • Deutsch
  • English
  • Polnisch
seperator

NEU: "Veranstaltungen im Festjahr"


Der Oranienburger Veranstaltungskalender fürs Festjahr ist da - 40 Seiten voller Termine von Kleinkunst bis Großereignis, selbstverständlich samt Festtage-Programm!

Download (PDF)

NEU: "Mit Kindern unterwegs in Oranienburg"


28-seitige Broschüre mit Tipps für Ausflüge mit Kindern - inklusive Stadt- und Schlosspark-Plan! Kostenlos in der Tourist-Info und der Schlosspark-Kasse erhältlich.

Download (PDF)

E-Bike-Ladestation


E-Bike-Ladestation am Hafen! Ausleihen von E-Bikes z. B. im Hotel An Der Havel.

mehr...

Liniennetz Stadtverkehr


Der Gutshof im Sommer

Der Gutshof im Sommer

Der Gutshof im Winter

Der Gutshof im Winter

Schloss Rauschendorf

Geschichte des Herrenhauses

Das Rauschendorfer Schloss geht auf einen Rittersitz zurück, der nach 1220 von Gebhardt von Arnstein, ( später: Grafen von Lindow) zur Absicherung seines Landbesitzes eingerichtet wurde. Der Name Rauschendorf stammt vermutlich von dem Rittergeschlecht der von Ruschendorff, die als Söldnerführer unter den Grafen von Arnstein an der Wendenvertreibung beteiligt waren und im Anschluss das Burglehen erhielten. Nach dem Tode des letzten Grafen von Lindow 1524 fiel der Rittersitz und die dazugehörende Feldmark an den Kurfürsten Joachim von Brandenburg. 1581 gelangte er dann durch Tausch in den Besitz der Familie von der Groeben.

1723 heiratete Graf Herrmann von Wartensleben, Sohn des Generals Alexander von Wartensleben, Dorothea von der Groeben und kam dadurch zunächst in den Besitz der Rittergüter Rauschendorf und Schönermark, um 1735 erhielt er auch Baumgarten und Meseberg. Etwa in diese Zeit fällt der Bau des Schlosses Rauschendorf. Es handelte sich dabei um einen einstöckigen, elfachsigen Putzbau mit Mezzaningeschoss und schlichter Fassadengestaltung. Entsprechende Spuren im Kellergeschoss und Fundamentreste im Umfeld des heutigen Schlosses zeigen, dass die Grundmauern des alten Rittersitzes einbezogen wurden.

Um 1737 begann Graf Wartensleben mit dem Bau des Schlosses in Meseberg, in dessen Schatten das Schloss in Rauschendorf fortan stehen sollte. Das Schloss in Rauschendorf mit dem dazugehörenden Gut verkauften die Töchter des Hermann von Wartensleben 1774 an den Prinzen Heinrich in Rheinsberg, der es zusammen mit einem Güterkomplex seinem Günstling Major von Kaphengst zum Geschenk machte. Infolge einer immer größer werdenden Schuldenlast musste von Kaphengst zwei Jahre vor seinem Tod 1798 das Rauschendorfer Gut an den Grafen Blumenthal verkaufen.

1810 wechselten Gut und Schloss Rauschendorf erneut den Besitzer. Von Blumenthal verkaufte es an J. F. C. von Rieck. Rieck, der später zum Baron erhoben wurde, lebte bis etwa 1856 im Schloss und nutzte es als Ruhesitz. 1832 ließ er das Inspektorenhaus errichten. Um 1856 verkaufte von Rieck Gut und Schloss an den Brauereibesitzer C. F. Kluge aus Berlin.

Dieser ließ das einstöckige Haus etwa 1860 von La Pierre durch einen weitgehenden Ausbau des Daches aufstocken, Fassade und Dachgiebel erhielten dekorative Schmuckelemente im Neorenaissance-Stil. Die Abbildung im Werk von Alexander Duncker zeigt das Schloss nach diesem Umbau.

1875 erwarb H. A. Bolle das Rauschendorfer Rittergut. Er stammte aus einer wohlhabenden Berliner Familie und war Bruder des Zoologen und Naturforschers Carl August Bolle. In dieser Zeit wurden im Park viele exotische Bäume gepflanzt. Das Schloss bekam auf der Westseite eine Erweiterung in Form eines Wintergartens mit darüberliegendem Balkon, und die Terrasse auf der Nordseite wurde mit einem Glasdach überbaut. Im Jahr 1907 taucht ein neuer Besitzer im Güteradressbuch für Brandenburg auf: Robert Ollendorf, doch nur zwei Jahre später erwarb Ernst von Beyme Gut und Schloss. Nach einem Großbrand im Schloss am 30. Januar 1922 wurde auf den Grundmauern des alten Schlosses der heute noch existierende Bau nach Planung des Architekten Ernst Paulus, aus Berlin errichtet.

Wiederaufbau  

Der Wiederaufbau des Schlosses orientierte sich streng an den landestypischen, barocken Herrenhausbauten: Es fanden keine modische Strömungen wie der ausgehende Jugendstil Eingang in die Gestaltung, Bezüge zur zeitgenössischen Villenarchitektur des Bürgertums wurden ebenso vermieden. Eine Besonderheit des Neubaus stellen die mit Kreuzgewölben versehenen Flure dar. Im Erdgeschoss wurden unterschiedliche Eichenparkette verlegt, die Putzrahmungen der Decken sind ebenfalls unterschiedlich und schlicht.

In Anlehnung an den Vorgängerbau wurde auf der Eingangsseite die elfachsige Fassadengliederung beibehalten. Einem schmalen, dreiachsigen Mittelrisalit wurde ein auf zwei Doppelsäulen ruhender Altan vorgesetzt. Den Abschluss des Mittelrisaliten bildet im Dachgeschoss ein, der Formensprache der Renaissance entlehnter Glockengiebel. Die nüchterne Gestaltung der Eingangsfassade besteht aus einem Horizontalgesims und zwei gebänderten Putzpilastern bzw. Lisenen.

Auf der Gartenseite findet sich eine neunachsige Gliederung mit breitem Mittelrisalit, bei dem durch die Gestaltung mit Rundbogenfenstern ein klassizistisches Architekturmotiv verwendet wurde und der durch seine Gestaltung an die Gartenseite des Meseberger Schlosses erinnert. Der schlichte Schmuck der Eingangsseite findet hier mit vier gebänderten Putzpilastern und dem Horizontalgesims zwischen Erd- und Obergeschoss seine Fortsetzung.

Angeblich hatte während des Nationalsozialismus Hermann Göring kurzzeitig ein Auge auf das Schloss geworfen - Göring suchte nach enteignungsfähigen Gütern, die er Landbesitzern in der Schorfheide im Tausch oder als Entschädigung für dortige Enteignungen im räumlichen Zusammenhang mit seinem Jagdsitz Karinhall anbieten konnte (Statt Rauschendorf wurde dann ca. 1943 der Besitzer des Schlosses Meseberg enteignet). Nach den schweren Bombenangriffen auf Berlin wurde die Schweizer Botschaft im Rauschendorfer Schloss einquartiert. Nachdem die Familie 1943 schon in den Westen evakuiert war, blieb nur die Witwe Ernst von Beymes, Tilly von Beyme, in Rauschendorf. Nach engagiertem Widerstand wurde sie im September 1945 enteignet.

Aufgrund der vielen Flüchtlinge, die im Schloss Unterkunft gefunden hatten, wurde es entgegen des Befehls der sowjetischen Besatzungsmacht nicht abgerissen. Während der DDR-Zeit war das Haus Gemeindezentrum mit Kindertagesstätte, Poststelle, dem Friseur, kirchlich genutzten Räumen und einer Dorfkneipe sowie Wohnungen.

Nach 1990 im Gemeindebesitz befindlich, kam das Schloss 2007 wieder in Privatbesitz. Die zukünftige Nutzung sieht unter anderem Yoga- und Schauspielseminare vor.

Besitzer

Die Eigentümer des Schlosses wechselten im Laufe der Jahrhunderte mehrfach. In chronologischer Reihenfolge waren dies:

  • 1723-1774 Graf von Wartensleben bez. Erben
  • 1774-1775 Prinz Heinrich von Preußen
  • 1775-1798 Christian Ludwig von Kaphengst (siehe auch: Schloss Meseberg)
  • 1798-1810 Graf von Blumenthal
  • 1810-1856 Baron von Rieck
  • 1856-1875 C. F. Kluge
  • 1875-1906 H. A. Bolle
  • 1906-1909 Robert Ollendorf
  • 1909-1945 Ernst von Beyme bez. Erben
  • 1946-1989 nach der Enteignung galt das Gebäude als Volkseigentum
  • 1990-2007 Gemeinde Sonnenberg
  • seit 2007 wieder in Privatbesitz

Gutshof

Auf einem Urmesstischblatt von 1825 lässt sich bereits deutlich der gegenüber des Schlosses im Karree angelegte Gutshof erkennen. Neben dem Hof gehörten alle weiteren Gebäude im Dorf zum Gutsbetrieb: Eine Stellmacherei, eine Schmiede, eine Gärtnerei, der Adlerkeller, Scheunen, eine Schnitterkaserne, eine Mühle, die Brennerei sowie Wohnhäuser für die Gutsarbeiter und das Inspektorenhaus. Der landwirtschaftliche Betrieb umfasste bis 1945 ca. 700 Hektar Acker-, Wald und Weideland. Einige der ehemals zum Gutsbetrieb gehörenden Gebäude sind bis heute in veränderter Form erhalten.

Parkanlage

Nachdem im 18. Jahrhundert ein barocker Park um das Herrenhaus angelegt war, erfuhr dieser durch den Bau der Brennerei wohl die erste Veränderung. In späterer Zeit war der Park als Landschaftspark nach englischem Muster gestaltet und umfasste das Schloss nicht mehr von drei Seiten, sondern erstreckte sich hinter dem Haus und zu dessen rechter Seite. Von der ursprünglichen Anlage sind nur noch einzelne Bäume teils hohen Alters und die Reste des Brunnens "Leda mit dem Schwan" erhalten, die keine Rückschlüsse auf die Gesamtgestaltung mehr zulassen. Die ursprüngliche Zufahrt zum Schloss führte mittig auf ein vor der Eingangsseite angelegtes Rondell. Im 19. Jahrhundert wurde die Einfahrt verlegt und führte nun von der rechten Seite in einem Bogen vor den Eingang.

Suche

NEU: "Mein Oranienburg Wimmelbuch"


Entdecke Oranienburgs Vielfalt im neuen Pappbilderbuch!

mehr ...

Feiere Deine Stadt!


Oranienburgs 800-Jahr-Feier: 2016 wird ein spannendes Jahr! Sei dabei!

Hier geht es weiter ...

Kalender




Ticket-Service


Tickets für die spannendsten Erlebnisse!

mehr...

ServiceQualität Brandenburg

ServiceQualität Brandenburg