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»Mit Kindern unterwegs in Oranienburg«


28-seitige Broschüre mit Tipps für Ausflüge mit Kindern - inklusive Stadt- und Schlosspark-Plan! Kostenlos in der Tourist-Info und der Schlosspark-Kasse erhältlich.

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Ein holländischer Garten in Brandenburg

Die Geschichte des Oranienburger Schlossparks ist eng mit der des Schlosses verbunden. Im Jahre 1650 erhielt Louise Henriette von Oranien Schloss und Amt Bötzow als Geschenk auf Lebenszeit.

Louises Oranienburg, wie das Wasserschloss fortan hieß, war ein Bau reinster holländischer Prägung.

Nach den Wünschen der Kurfürstin sollte auch der angrenzende Lustgarten so holländisch wie möglich gestaltet werden. So wurden Bäume, insbesondere Obstbäume, aus den Niederlanden importiert.

Im Blumengarten stand ein Lusthaus mit Grotten. In den neu angelegten Gräben schwammen Schwäne und Karpfen. Außer dem Lust- und Küchengarten entstand auch ein Tiergarten.

Verschönerungen unter Kurfürst Friedrich III. / König Friedrich I.

Nach dem Tod des »Großen Kurfürsten« 1688 wurde dessen Sohn als Friedrich III. Nachfolger. Später krönte er sich zum ersten König in Preußen.

Er ließ die Grenze des Gartens verlegen. Aus dieser Zeit stammt das von Eosander von Göthe entworfene Schlossparkportal.

Der Park war berühmt für seine Fontänen, Statuen, die herrliche Bepflanzung, den Fasanengarten, die Menagerie sowie einen großen und einen kleinen Tiergarten. Nach dem Vorbild von Versailles bot der Park Friedrichs auch den Rahmen für glanzvolle Feste.

Verfall und Vernachlässigung

Der so genannte Soldatenkönig Friedrich Wilhelm war wegen der Verschwendungssucht seines Vaters zu äußerster Sparsamkeit genötigt. So entließ er Baumeister und Künstler und verkaufte Teile der Porzellansammlung (Dragonervasen).

Er ließ die marode Orangerie seines Vaters abreißen, die Wasserleitungen entfernen und in Stettin verlegen und reduzierte die Ausgaben für die Erhaltung des Schlossparks auf ein Minimum.

Romantik im Rokoko

Eine nochmalige Blüte erlebte der Park, als Prinz August Wilhelm Schloss und Lustgarten von seinem Bruder Friedrich II. als Geschenk zur Hochzeit erhielt.

Die seit 1713 nicht geschnittenen Buchenhecken waren zu dichten Alleen emporgewachsen. Dennoch gab es kaum Veränderungen im Vergleich zur Gartengestaltung des Großvaters.

Der Prinz von Preußen bemühte sich, der Verwilderung Einhalt zu gebieten. Außerdem ließ er die heute noch existierende Orangerie sowie eine Grotte im Stil der frühen Ruinenromantik errichten.

Mit dem Tod des Prinzen im Jahre 1758 endet die glanzvolle Zeit des Oranienburger Lustgartens.

Abgesang und Umgestaltung

Obwohl der Hofgärtner Johann Heinrich Bartsch, der sich das Wohlwollen der Garteninspektion durch die Ananaszucht erwarb, bis zu seinem Tode 1801 in Oranienburg wirkte, verkam der Garten immer mehr. Die Pflanzen litten unter Wildverbiss, die Brücken verfielen und die Gräben füllten sich nicht mehr.

So wurde unter der Regentschaft Friedrich Wilhelms III. der Schlosskomplex verkauft, später ein Lehrerseminar eingerichtet, der Park weiter verwüstet.

Nach Planungen des Hofgartendirektors Johann Bernhard Ferdinand Jühlke fand um 1878 eine Neugestaltung des Parks statt, die die historischen Bereiche zu einer Art Landschaftspark nach englischem Vorbild verbinden sollte.

Zerstörung und neue Chance

Der Schlosspark wurde während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen. Der Teich wurde mit Schutt aufgefüllt und ein Teil des Parks für die militärische Nutzung abgetrennt.

Erst in den 1980er-Jahren erfolgte eine gartendenkmal-pflegerische Restaurierung, mit der versucht wurde, die Pläne Jühlkes weitgehend umzusetzen. Dieser Bestand hat sich bis in unsere Tage erhalten und war Ausgangspunkt für die Planungen im Rahmen der Landesgartenschau 2009.

Landesgartenschau 2009

Foto: Rehberg

Mit der Ausrichtung der Landesgartenschau 2009 erblühte der historische Schlosspark zu neuem Leben – und mit ihm eine benachbarte Millitärbrache. Der historische Teil des Parks wurde gartendenkmalgerecht überarbeitet. Der Schlossteich befindet sich seither wieder an historischer Stelle und erhielt eine Fontäne. Heute noch zu erkennen sind die barocken Strukturen der Boskette, die alten Alleen und die versandeten Gräben. Das angrenzende ehemalige Übungsgelände der DDR-Grenztruppen mit den Panzerhallen und Unterkunftsbaracken wurde komplett neu gestaltet.

Letztlich entstand ein insgesamt 22 Hektar großer Park, dessen inhaltliche Klammer das Leben der Kurfürstin Luise Henriette von Oranien bildete.

Ihre niederländischen Wurzeln waren Leitmotiv für die Entwicklung des neuen Parkbereiches. Er wurde einer holländischen Polderlandschaft nachempfunden. Gräben und geschwungene Brücken erinnern an Grachten. Die Anlage von 16 quadratischen Gartenzimmern, die sich thematisch mit dem Leben und den Träumen der Kurfürstin befassten, spannte den Bogen vom Barock zur heutigen Gartenarchitektur. So entstanden wunderschöne »Traumlandschaften einer Kurfürstin«, die im Jahr der 4. Brandenburgischen Landesgartenschau rund 600.000 Besucher faszinierten.

Von der Brachfläche zum Familienpark

Foto: Luftbildservice Berlin-Brandenburg

Seit dem Ende der Landesgartenschau ist es gelungen, den Schlosspark annähernd in seiner zur Blumenschau geschaffenen Gestalt zu erhalten und ihn zu einem beliebten Aufenthaltsort insbesondere für Familien stetig weiterzuentwickeln. So beeindrucken jedes Jahr aufs Neue das Blütenmeer und die gepflegten weitläufigen Rasenflächen. Die liebevoll bepflanzten Gartenzimmer haben zum Teil neue Nutzungen etwa als Fitness-Bereich oder Ort für Trauungen erfahren.

Seit 2013 erlaubt ein Hochsitz den Blick über die blühenden Gartenbereiche. In der ebenfalls im Jahr 2013 eröffneten Schlosspark-Bibliothek stehen zahlreiche Bücher zur kostenlosen Ausleihe bereit – für den Lesepaß in der Natur. Ein Kräutergarten mit Anregungen für Hobbygärtner und -köche ist 2015 im Gartenzimmer »Geschick« entstanden. Das Grüne Klassenzimmer wird von Kita- und Schulklassen aus der gesamten Region sehr gern aufgesucht.

Familien mit Kindern sind vor allem von der 2016 bis 2018 komplett neu gestalteten Wasserspiellandschaft und dem wie aus einem Märchenbuch gepurzelten Spielhaus begeistert. Eine Minigolfanlage und ein Bouleplatz laden zu sportlicher Betätigung ein.

Eine der ehemaligen Panzerhallen dient als Wintergarten für die zahlreichen empfindlichen Kübelpflanzen. In der Sommersaison finden die Besucher hier aber auch ein ansprechendes gastronomisches Angebot, lauschige Sitzmöglichkeiten und weitere Spielmöglichkeiten für Kleinkinder.

Zudem ist der gesamte Park eine ideale große Freilichtbühne: Zahlreiche Feste und Märkte wie die Schlosspark-Nacht oder der Regionalmarkt finden hier in der Open-Air-Saison statt und machen den Schlosspark zu einem Zentrum des sommerlichen Oranienburger Kulturlebens. 

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Veranstaltungen 2018


Den Oranienburger Veranstaltungskalender für den Zeitraum August bis Dezember 2018 können Sie hier als PDF herunterladen.

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